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Über 40 Jahre besteht der Fanfaren- und Spielmannszug Büdingen
- Mit der Drumband wieder auf einem guten Weg -
Von Dieter Kosch
Der Fanfaren- uns Spielmannszug der Stadt Büdingen wurde am 28.März 1960 von dem späteren Vorsitzenden Karl August Bender, dem ersten Stabführer Hans Geyer sowie den Mitgliedern Karl Jeckel, Hans Christofolini, Hans Freymann und Karl August König gegründet.
Schon nach wenigen Tagen konnten die ersten Instrumente gekauft und der Übungsbetrieb aufgenommen werden. Das Interesse, bei den zumeist jugendlichen Mitgliedern wuchs von Woche zu Woche, so dass der Verein bereits nach acht Wochen über 38 Aktive vorzeigen konnte. Die Instrumente- und Uniformbeschaffung gestaltete sich schwierig, aber mit Unterstützung der Stadt Büdingen und der Büdinger Bevölkerung wurden auch diese Probleme schnell gemeistert.
Schon im Mai 1961 konnte der Fanfarenzug den ersten Wettstreit in Groß-Gerau besuchen. Der erste Auftritt wurde in rot/weißen Uniformen absolviert und in den folgenden Monaten nahm die Zahl der öffentlichen Auftritte in und um Büdingen stetig zu. Der Durchbruch zur Spitzenklasse erfolgte allerdings erst im Jahre 1963. Mit Unterstützung des Magistrates und einer Spendenaktion konnten im gleichen Jahr historische Uniformen angeschafft werden. Der Entwurf der Landsknechtuniform stammt vom Freund und Gönner des Vereins, dem Kunstmaler Martin Bauss, in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Bender.
Den ersten großen Erfolg erzielte die Truppe in der Rhein-Main-Halle Wiesbaden, wo auf Anhieb in der Fanfaren-Sonderklasse der erste Platz belegt wurde. Seitdem war der Fanfarenzug ein Garant für Erfolge, was auch die über 100 ersten und zweiten Plätze beweisen. Unter diesen Preisen befinden sich der Silberpokal des Hessischen Ministerpräsidenten Dr. Georg August Zinn, der Pokal der Deutschen Lufthansa, der Europapokal für die Fanfaren-Sonderklasse im Jahre 1965 sowie der Silberpokal der Stadt Köln für das beste Bühnenspiel anlässlich des Europapokal-Wettstreits.
Im Jahre 1964 erfolgte eine Erweiterung des Instrumentariums durch die Hereinnahme von Tenorhörnern, Bariton- und Bassfanfaren. Hier ist insbesondere das Engagements des damaligen Stabführers Hans Geyer zu erwähnen, der für diese neue instrumentale Besetzung Musikstücke komponierte, die viele Jahre danach von vielen Fanfarenzügen gespielt wurden. Beispielhaft hierfür dürfte der “Rumba” sein, der bis heute noch bei vielen musikalischen Veranstaltungen zu hören ist.
Durch das neue Intrumentarium ergab sich auch ein breiteres Darbietungspotential. Hörte man bis zu diesem Zeitpunkt überwiegend Marschmusik, so erklangen nun auch südamerikanische Rhythmen und konzertante Musik bei Festzügen und Bühnenspielen.
Im Jahre 1966 besuchte der Fanfaren- und Spielmannszug die Weltmusikfestspiele im holländischen Kerkrade. Der Besuch dieses Wettbewerbs wird für alle Aktiven ein unvergessliches Ereignis bleiben. Was keiner ahnen konnte, wurde Wirklichkeit: Der Fanfarenzug Büdingen errang in der ersten Division die Goldmedaille. Den Jubel kann man nicht beschreiben und Insider erzählen, dass die Feierlichkeiten mehrere Tage dauerten. Man muss aber auch wissen, das die Aktiven sechs Wochen lang Abend für Abend geprobt hatten. Diese Begegnungen in Holland sollten aber auch für die kommenden Jahre die Aktivitäten des Fanfarenzuges stark beeinflussen. Die vielen Kontakte mit der holländischen Bevölkerung waren auch ein Grundstein für zahlreiche, private Besuche von Gasteltern, aber auch von holländischen Vereinen. Schon 1966 erkannten die Verantwortlichen, dass der Fanfarenzug nur eine Zukunft haben kann, wenn entsprechend Nachwuchs ausgebildet wird. Die Jugendabteilung garantierte viele Jahre den Nachschub für den Seniorenzug.
Angeregt durch die Teilnahme an ausländischen Musikwettbewerben wurde die Idee geboren, auch in Büdingen
einen internationalen Musikwettstreit durchzuführen. So wurden 1967 die ersten internationalen Musikwettspiele um den Preis der Nationen - das goldene Untertor - durchgeführt. Aufgrund der bereits zehn nationalen Wettstreite konnte die Führungsmannschaft des FSZ Büdingen eine beispielhafte Organisation bieten und der Wettstreit wurde ein voller Erfolg. Über 2500 Musiker und 5000 Besucher erlebten einen auf sehr hohem Niveau stehenden internationalen Vergleich.
1969 folgte der zweite internationale Musikwettstreit mit Teilnehmern aus Spanien, England, Holland, Belgien und Österreich sowie aus allen Teilen der Bundesrepublik. 1972 und 1976 folgten weitere. Zu den bereits genannten Nationen kamen Musiker aus Italien, Portugal, Schweden und der Tschechoslowakei. Insgesamt traten zum Wettstreit rund 3000 Musiker an, von denen über 1000 in einer eigens dafür errichteten Zeltstadt untergebracht und kostenlos verpflegt wurden. Im Jahre 1980 wurde der wohl größte internationale Wettstreit, der je im Hessenland durchgeführt wurde, in Büdingen ausgerichtet. Über 3400 Musiker aus elf Nationen waren in der Fürstenstadt zu Gast. Da die Unterbringung in einer Zeltstadt nicht mehr möglich war, mussten die Verantwortlichen auf Privatquartiere zurückgreifen. Über 1000 Privatquartiere und 400 Massenquartiere in Schulen konnten Dank der Mithilfe der Bürger und der Vereine bereitgestellt werden. Hier ist vor allem auch die große Unterstützung aus den Stadtteilen Büdingens zu erwähnen. Noch heute bestehen Kontakte der Gastfamilien zu ihren ausländischen Musikern.
In den folgenden Jahren konzentrierte man sich auf die vielen Auftritte in In- und Ausland. Aufgrund der Altersstruktur konnte der Fanfarenzug Mitte der 90er Jahre nur noch begrenzt seinen Spielbetrieb aufrecht halten. 1997 griffen einige Spieler die Idee auf, über Jugendarbeit zunächst mit einer Drumband wieder den Fanfaren- und Spielmannszug zum Leben zu erwecken.
Wenn man in den letzten zwei Jahren aufmerksam die Zeitung gelesen hat, konnte man feststellen, dass innerhalb kurzer Zeit unter der Federführung von Andreas Stolle und Frank Scheller wieder eine Musikgruppe heranwuchs, die inzwischen als Drumband in Hessen und auch weit darüber hinaus Furore macht. Nicht von ungefähr kommen die Erfolge bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften in Friedrichshafen. Mit einem hohen Geldpreis und mit herausragenden Beurteilungen kehrten die Büdinger Musiker nach Büdingen zurück. |
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